Historie - die Geschichte des Hotel Friedrichs


Das Hotel Friedrichs blickt auf eine ebenso traditionsreiche Geschichte zurück wie der Platz, auf dem es erbaut wurde. Bereits im 15. Jahrhundert befanden sich am Fuß der Jülicher Brücke bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts teilweise bis zu vier Häuser, von denen das oberhalb befindliche Haus die Zollstation beherbergte. Diese trennte bis zum Jahre 1794 das Großherzogtum Jülich von der Grafschaft Dreiborn. Auf dem Dachboden eines weiteren Hauses hielt die lutherischen Gemeinde bis zur Fertigstellung der eigenen Kirche im Jahr 1665 ihre Gottesdienste ab, in den darauffolgenden Jahren wurden die Gebäude zudem mehrfach umgebaut.

Zwei im Jahr 1779 wieder vereinte Häuser gingen 1809 in den Besitz von Johann Philip Messerschmidt über, welcher 1811 einen Hotelbetrieb mit Gaststätte eröffnete. Das Hotel, welches sich laut preußischer Statistik aus dem Jahre 1817 zu einem Gasthof »für Personen aus gebildeten Ständen« etablierte, wurde nach seinem Tod am 7. Februar 1845 kurzzeitig von seinem Sohn August weiter geführt, bevor dieses 1852 in den Besitz von Wilhelm Laurenz Günther überging.

Mitte des 19. Jahrhunderts zählte das Hotel vor allem Kaufleute, Beamte und Offiziere zu seinen Besuchern, Kurgäste waren bis dahin unbekannt. Dies änderte sich 1882 mit dem Anschluss an das hiesige Eisenbahnnetz, sowie dem Bau der Urfttalsperre in den Jahren 1899 bis 1904, welche für einen deutlichen Zuwachs der Hotelgäste sorgten.

Alle Bilder aus der Sammlung Herbrand

Im Mai 1883 erwarb der Düsseldorfer Otto Bergemann den Betrieb, welcher fortan als »Hotel Bergemann« geführt wurde. Knapp 25 Jahre später, im Jahre 1907, wechselte das Hotel mit Wilhelm Bungart erneut seinen Besitzer. Nicht nur der Erste Weltkrieg und die dadurch entstandene hohe Belegung des Hotels durch das Militär machte dem neuen Besitzer zu schaffen, auch ein Brand im September 1912, welcher fast das gesamte Hotel in Schutt und Asche legte, brachte den Hotelier an den Rand seiner Existenz. Bungart ließ sich jedoch nicht entmutigen und errichtete auf den Grundmauern des alten Hotels einen stattlichen Neubau, welcher nach seiner Fertigstellung 1914 als »Kurhotel Bungart« mit fließendem Wasser und Terrasse warb. Wilhelm Bungart führte das Hotel bis zu seinem Tod am 24.11.1941.

Angriffe während des Zweiten Weltkrieges verwandelten das Hotel im Dezember 1944 in eine unbewohnbare Ruine. Auch wenn die Gemünder zwischen den Trümmern im Oktober 1947 ihren Kirmesball abhielten, konnte der Hotelbetrieb erst nach einem langen und mühseligen Wiederaufbau aufgrund der knappen Ressourcen wieder aufgenommen werden.

1956 kaufte schließlich Karl Friedrichs das Haus, das fortan seinen Namen tragen sollte. Im Jahre 1971 übernahmen Petra und Dieter Neudenberger das Hotel, welche es in den darauffolgenden Jahren mit Renovierungen und Umbauten dem zeitgemäßen Stand anpassten. Nach einem weiteren Inhaberwechsel im Jahre 2009 geriet das Hotel in eine finanzielle Schieflage und somit 2012 in die Insolvenz, welche die Schließung des Traditionshotels im September 2013 zur Folge hatte.

Am 8. November kauften Manfred Krautz, welcher unter anderem das über die Nideggener Stadtgrenze bekannte Hotel-Restaurant »Zur ewigen Lampe« geleitet hatte, und seine Frau Sabine Pesch das Hotel aus der Insolvenz heraus. Mit tiefgreifenden Renovierungsarbeiten und viel Engagement brachten sie dem Hotel seine vier Sterne zurück.